Klettergurt Test – Hohe Gipfel sicher und schmerzfrei bezwingen

Frau klettert SteilwandEin Klettergurt, auch als Anseilgurt oder Auffanggurt bezeichnet, ist eines der wichtigsten Teile einer Sicherheitsausrüstung, der beim Bergsteigen oder Klettern und bei absturtzgefährdeten  Arbeiten in der Industrie, Wirtschaft oder Bergsport verwendet wird. Beim Abseilen mit einem Kletterseil stellt dieses Kletterzubehör die wichtigste Verbindung zwischen Seil und Mensch dar.

Hier klicken für eine Auswahl der besten Klettergurte bei Amazon für 2017

Diese Bergsteigerausrüstung soll die Belastungen, die beim Abfangen eines evtl. Sturzes auftreten, aufnehmen und durch Verteilung der Kräfte auf eine Vielzahl von Stellen des Körpers verteilen. Wichtig ist dabei, dass diese Kräfte nur auf die stabilsten Teile des Körpers ausgewirkt werden, die so robust sind, dass sie derart hohe Einwirkungen gänzlich ohne Verletzungen überstehen können.

Beim Hängen am Seil nach dem Sturz, soll der Klettergurt die Blutzirkulation nur minimal einschränken. Außerdem soll sich die Person, die das Klettergeschirr trägt, in einer maximal möglichen Gleichgewichtslage befinden können, damit sie schmerzfrei sowie sicher im Gurt hängt, falls sie aufgrund einer Bewusstlosigkeit oder einer möglichen Verletzung nicht mehr in der Lage ist, eine optimale Position für den Körper einzunehmen.

Aufbau und Funktionsweise

Kletterseil KnotenEin Klettergurt besteht aus einem hoch belastbarem, festem Bandmaterial, das gleichsam wie die wichtigsten Nähte großen Kräften standhalten muss. In der Regel entsprechen diese Kräfte mehreren Kilonewton. Um die gewünschte gleichmäßige Verteilung der Belastung zu erreichen und das Einschneiden in die Körperoberfläche zu vermeiden, ist der Klettergurt an den Positionen, an denen die Krafteinwirkung stattfindet, breiter oder mit breiteren Polsterungen versehen.

Häufig besteht der Gurt aus mehreren Schlaufen, die um die Mitte des Körpers und um Arme oder Beine gelegt werden. Hinzu kommen Anseilpunkte oder Einbindeschlaufen, an denen das Sicherungsseil eingebunden oder eingehängt wird. Zusätzlich verfügen die meisten Gurte über Materialschlaufen, um beim Klettern benötigte Gegenstände wie Werkzeug, oder Karabinerhaken mitführen zu können.

Natürlich können Sie Klettergurte auch in unterschiedlichen Größen bestellen und dadurch perfektan ihre Anforderungen anpassen. Vor allem Frauen und natürlich auch Kinder brauchen imNormalfall kleinere und schmalere Modelle als Männer.

Gurte zum Bergsteigen und Klettern

Da beim Bergsteigen und Klettern komplett freies Hängen nur selten vorkommt, spielen Polsterungen keine große Rolle. Wichtiger sind hierbei ein geringes Gewicht sowie die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. Es gibt ungepolsterte, extrem leichte Klettergurte für Hochtouren, die gerade einmal 300 g auf die Waage bringen. Viele entscheiden sich jedoch für einen Sportklettergurt oder einen Komplettgurt ohne oder mit Polsterung.

Arbeitsschutz-Gurte

Klettergurte, die als Arbeitsschutz zum Einsatz kommen, sind Teil einer Schutzausrüstung. Sie besitzen meist einen zusätzlichen Anseilpunkt im Rückenbereich, damit das Sicherungsseil nicht beim Arbeiten stört.

Klettergurt Modellarten

Sitzgurt

Den Sitzgurt oder Hüftgurt bezeichnen Laien meist als den „Klettergurt“. Er verfügt über zwei Beinschlaufen und eine Hüftschlaufe. Zudem befindet sich daran eine Anseilschlaufe für das Kletterseil. Am Hüftring sind eine oder mehrere Materialschlaufen für das Kletterzubehör angebracht. Beim Sitzgurt befindet sich der Anseilpunkt immer vor dem Körper etwa auf Höhe des Schwerpunkts des Körpers. Das ermöglicht komfortables Hängen in nahezu sitzender Position und wenig angespannter Bauchmuskulatur. Zudem besitzt der Kletterer eine relativ große Bewegungsfreiheit.

Sitzgurt Risiko

Nachdem Sportklettern immer beliebter wurde, begann die Diskussion über das Risiko des Hüftgurts. Obwohl Sportkletterer bereits zahlreiche Stürze hinter sich gebracht haben, warfen manche Personen den Kletterern Fahrlässigkeit vor. Falls die Bauchmuskulatur (z.B. wegen Bewusstlosigkeit) nicht mehr angespannt werden kann, könnte der Oberkörper tatsächlich nach hinten umkippen.

Zudem kann bereits das Hängen schmerzhaft sein. Durch die Kräfte eines Fangstoßes kann die Lendenwirbelsäule geschädigt werden. Doch bei jeder Sportart ist der Sportler einem Verletzungsrisiko ausgesetzt und angesichts der Hunderttausenden von Kletterstürzen kann auf ein minimales Risiko beim Sportklettern geschlossen werden.

Komplettgurt

Frau mit KlettergurtEin Komplettgurt, auch als Kombigurt bezeichnet, besitzt Arm- und Beinschlaufen und zudem zwei hochliegende Sicherungsschlaufen im Bereich der Brust. Das Klettergurt anlegen ist einfach und zum Einbinden müssen nur die Sicherungsschlaufen mit dem Kletterseil verbunden werden. Ein Komplettgurte wird häufig, aufgrund der einfachen Handhabung, als Kinderklettergurt verwendet. Aber auch ungeübte Personen oder Anfänger verwenden ihn gerne. Als Klettersteiggurt in Kombination mit dem Klettersteigset kommen sie ebenfalls zum Einsatz.

Brustgurt

Ein Brustgurt ist kein Klettergurt im eigentlichen Sinne, da er normalerweise in Verbindung mit dem Sitzgurt oder Hüftgurt benutzt wird. Von der ausschließlichen Verwendung eines Brustgurtes muss dringend abgeraten werden, da beim Hängen das Körpergewicht nur auf die Achseln einwirkt. Das kann zu einem Hängetrauma mit schweren Auswirkungen für das Herzkreislaufsystem führen. Der Brustbund (aus einem Seil hergestellt) wird zum Beispiel von der Feuerwehr in Notfällen verwendet.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Brustgurten:

  • Die nicht mehr verwendete Form entspricht einem Büstenhalter. Es ist ein in Schlaufen gelegtes Seil und die Seilschlaufen sind nebeneinander vernäht. Diese Ausrüstung wird um die Brust gelegt und durch Anbringen des Seilendes oder einem Band verschlossen.
  • Die heute gebräuchliche Variante ist ein Bandmaterial in Form einer 8. Jeweils ein „Loch“ der 8 bildet eine Armschlaufe. Beim Anlegen befindet sich die Kreuzstelle des Gurts auf der Rückseite. Diese Form bietet im Sturzfall mehr Sicherheit.

Kombination Hüft- und Brustgurt

Derzeit gilt die Kombination aus Hüftgurt und Brustgurt beim Klettern als sicherste Variante. Hin und wieder wird diese Kombination Kombigurt genannt, was jedoch leicht mit dem Komplettgurt verwechselt werden kann. Der Hüftgurt und der Brustgurt werden mittels eines Schlauchbandes verbunden. Das Schlauchband wird dabei zwischen den Gurten in einen Achter- oder Sackstich-Knoten gelegt, dann durch die Sicherungsschlaufen am Brustgurt geführt und anschließend oberhalb der Brustgurt-Schlaufen mit Bandschlingenknoten geschlossen.

Mann klettert in BergenZum Einbinden des Kletterseils wird nun der erste erwähnte Knoten oberhalb des Sitzgurtes verwendet. Eine solche Brust-Hüft-Kombination soll dann verwendet werden, wenn mit unerwarteten und/oder weiten Stürzen zu rechnen ist, wie beispielsweise beim Klettern in Gletscherspalten. Zudem ist sie beim Tragen eines Trekkingrucksacks überaus vorteilhaft.

Allerdings wird die Kombination im Sportkletterbereich nur selten verwendet, da das Anlegen und Ausziehen dieses Gurtes wesentlich umständlicher ist und zudem der Einbindepunkt höher liegt, sodass beim Sturz die Gefahr besteht unkontrolliert gegen die Wand zu prallen und sich nicht mit Füßen und Händen abfangen zu können.

Wir stellen einige Klettergurte mit Ihren Vor- und Nachteilen vor. Bei jedem Klettergurt gehen wir insbesondere auf die Käuferbewertungen ein, da diese am meisten Aufschluss über die Sicherheit, den Komfort und die Handhabung geben.

Vor- und Nachteile

Vorteile eines Klettergurts:

  • schützt beim Klettern vor Sturz
  • sorgt für zusätzliche Sicherheit
  • besteht aus sehr stabilem und reißfestem Material
  • sehr bequem beim Tragen

Nachteile eines Klettergurts:

  • kann unangenehm sein, wenn er falsch bzw. zu eng angelegt wurde

Hier klicken für eine Auswahl der besten Klettergurte bei Amazon für 2017